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Current Exhibition: Sparkasse Fürth

„Sport“


Béla Faragó


Sparkasse Fürth


Kundenhalle, Maxstr. 32, 90762 Fürth


17.07 - 08.08.2014

 

Geöffnet ist an folgenden Öffnungszeiten:

 

Mo, Do 8.30-18.00

 

Di, Mi, Fr 8.30-16.00


Fürther Nachrichten, 23.07.2014, CLAUDIA SCHULLER

 

Rosa Fleischmassen auf dem Weg ins Verderben

Sport ist Mord: NN-Kunstpreisträger Béla Faragó zeigt sich in der Sparkasse von seiner bitterbösen Seite

 

FÜRTH - Das Land befindet sich noch im Fußballtaumel und schwitzt bei sommerlichen Temperaturen. Doch was macht Béla Faragó, der Individualist und Querkopf? Der NN-Kunstpreisträger des Jahres 2005 setzt auf Skisport und Sumoringen. Jedenfalls zeigen die meisten Bilder seiner aktuellen Ausstellung mit dem Titel „Sport“ in der Sparkasse diese Sportarten, die aktuell niemand auf der Rechnung hat.

Schau der Qualen, der Verlierer und der Unglücklichen: Béla Faragó (2. v. re.) schont in seinen „sportlichen“ Arbeiten — im Bild zu sehen sind seine Sumoringer — nichts und niemanden. Foto: Thomas Scherer © Thomas Scherer

Wie bei Béla Faragó üblich, kommt auch in der Maxstraße wieder ein gehöriger Schuss Ironie ins Spiel. Und so zeigt er seine Sportler nicht etwa als Helden. Sie sind nicht wie Lahm, Klose und Co. auf zahllosen Fotos zu bewundern, sondern auf diesen Bildern eher zu bedauern.

 

Sie quälen sich, leiden, kämpfen. Die Gesichter bleiben oft undeutlich verzerrt, halboffene Münder stöhnen vor Schmerz. Nein, hier geht es nicht um strahlende Sieger, sondern um die Schattenseiten des Sports. Unwillkürlich muss man an Absturz, Verletzung, Rücktritt denken. Auch Andreas Biermann fällt einem ein, der Fußballer, der kürzlich den Freitod wählte. Faragó hat kein Interesse an Fairplay und tollen Körpern, schon gar nicht an kollektivem Rausch oder nationalen Glücksgefühlen. Diese Dinge machen ihn intuitiv misstrauisch. Stattdessen zeigt er knallhart, wie es wirklich ist. Wie leer und ausgebrannt sich Verlierer nach dem Turnier fühlen. Wie groß die ständige Angst vor dem Scheitern ist.

 

Ein Haufen ameisenhafter Langstreckenläufer auf einem erbarmungslos steilen Berg illustriert, wie beinhart man sich durchkämpfen muss, und dass es am Ende nur ein paar schaffen. Ein Golfspieler hat ganz allein seinen Schläger erhoben, die Zuschauer sind eine unendliche amorphe Masse, wie Bäume, lassen nur einen schmalen Weg frei. Der Boxer scheint seinen Gegner, der am Boden liegt, förmlich hingerichtet zu haben.

 

Und dann erst die beiden riesenhaften Sumoringer, das Bild mit dem umwerfendsten Format. Rosa Fleischmassen prallen aufeinander, keiner will nachgeben, jeder sich durchsetzen. Es ist, als ob Faragó sagen will: genau deshalb werdet ihr beide verlieren. Ebenso aggressiv und unglücklich zugleich sehen die Eishockeyspieler, Boxer, Fußballer aus. Der Hochspringer reckt sich zu weit, geht über sich selbst hinaus – vergebens.

 

Mit Tusche, Aquarell, Buntstift und Kreide übt Faragó deftige Kritik an Sportfunktionären, Kommerzialisierung und dem Leistungssystem, ohne all das platt und direkt zu malen. Er nimmt eine Gesellschaft aufs Korn, in der erfolgreiche Sportler fast schon als Götter gelten, ohne dass jemand etwas von Dauerdruck, übertriebenem Training, Doping, Magersucht, Verzicht auf Jugend hören will. Dass dieser Künstler all das mit federleichtem Strich schafft, ist sensationell. Als ob es nichts wäre, mixt Béla Faragó theoretisch Reflektierendes mit realistischen Abbildern der Wirklichkeit, schafft kraftvolle Gemälde aus einer verkehrten Welt mit lockerem Pinsel. Unbedingt sehenswert.

Preisliste

 

 

Titel

Technik

Maße
in cm

Preis
in €

51

Sumoringer

Holzkohle, Pastell

130 x 200

4000,-

52

K.O. I

Tusche, Aquarell

74 x 54

950,-

53

Skilangläufer I

Tusche, Kreide

39 x 26

450,-

54

Skilangläufer II

450,-

55

Skilangläufer III

450,-

56

Skilangläufer IV

450,-

57

Im Ring II

Tusche, Aquarell

38 x 54

700,-

58

Eishockeyspieler

Tusche, Buntstift

29 x 39

450,-

59

Eislauf im Freien

Tusche, Buntstift

39 x 29

450,-

60

Sport im Freien

Tusche, Aquarell

38 x 54

600,-

61

Sumoringer II

Tusche, Aquarell

38 x 54

600,-

62

Skilangläufer V

Tusche, Kreide

39 x 26

450,-

63

K.O. II

Aquarell, Deckweiß

17 x 31

350,-

64

Einzug in die Arena

Tusche

26 x 33

400,-

65

Baseballspieler

Tusche, Aquarell, Buntstift

39 x 29

450,-

66

Fußball

Tusche, Aquarell, Buntstift

39 x 29

450,-

67

Auf der Rennbahn

Tusche, Aquarell, Buntstift

39 x 29

450,-

68

Hürdenläufer

Tusche, Aquarell, Buntstift

39 x 29

450,-

69

Golfspieler

Tusche, Kreide

39 x 29

550,-

70

Schneevergnügen

Aquarell

54 x 38

650,-

71

In der Arena

Tusche, Buntstift

18 x 27,5

300,-

72

Hochspringer I

Aquarell, Kreide

34 x 50

650,-

73

Eisschnellläufer

Tusche, Aquarell, Buntstift

52 x 38

650,-

74

Hochspringer II

Tusche, Buntstift

14 x 18

250,-

75

Im Ring I

Tusche, Aquarell

74 x 54

950,-

 

Irrtum vorbehalten.

Vernissage: „Sport“, Béla Faragó, Sparkasse Fürth, Fürth (Bavaria), 16.07.2014

Einführung: Fritz Schnetzer (Autor)

 

Béla Faragó

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe „Sportfreunde“, vor allem lieber Béla Faragó.

Ich spreche zu Ihnen nicht als großer Kunstkenner, sondern als Schreibender und Freund. Als Erzähler bin ich dem Maler und Zeichner Béla Faragó sehr nahe. Sind wir vielleicht Seelenverwandte, Béla?

 

Bei Heinrich Heine gibt es den Begriff der „romantischen Ironie“. Dieser Begriff bedeutet, Sie gelangen aus dem Dampfbad der Rührung direkt unter die kalte Dusche der Ironie. Nach der nationalen Euphorie, dem Fahnenschwenken, dem Satz: „Wir sind wieder wer“ kommen Sie in diese Ausstellung. Keine Leni-Rieffenstahl-Fernsehbilder, kein „Triumph des Willens“, wir verschmelzen nicht mehr in kollektiver Umarmung beim „Public Viewing“. Hier sind wir einsam. Die kalte Dusche der Ironie.

 

„Willkommen im Paradies“ hieß die letzte Ausstellung von Béla Faragó, die das Thema Religionen, Götzentum, Fanatismus, Glücks – und Heilserwartungen fokussierte – und dazu gehört unbedingt auch der Mammon Sport, diese weltweite Glücksverheißung, die Glücksdroge für alle, die im Leben zu kurz gekommen sind oder noch voller Hoffnungen sind für die große Verheißung: kick dich nach oben, box dich nach oben, du kannst es schaffen, wenn du nur willst – und wenn deine Nerven stark genug sind.

 

Vorher waren die Ausstellungen „Totentanz“ und „Gott hat ein Gesicht“, man schafft sich einen Gott, ein gewaltiges ,phantastisches Über-Ich, ein Phantom, ein großes Tier hier, im biblischen Mythos einen Wal, in dem man verschwinden kann, den man anbeten kann und in dessen Vernichtung man auch seine Stärke zeigen kann. Diese großen Ausstellungen greifen ineinander wie Zahnräder. [mehr...]

Current Exhibition: Klinikum Fürth

Das Klinikum der Stadt Fürth wurde im Jahre 1931 als Städtisches Krankenhaus eröffnet.

„Dynamik“


Klinikum Fürth


Hauptgebäude/Mitte


 Jakob-Henle-Straße 1, 90766 Fürth, Germany

 

14.05. - 31.10.2014



Kunst von Kindern

der Fürther Schulen in der Pestalozzistraße, Otto-Seeling-Promenade, Schwabacher Straße, Soldnerstraße, Kiderlinstraße, Dr. Gustav-Schickedanz-Schule und der Hallemann-Schule der Lebenshilfe sowie der Schule der Phantasie im I. Stock, „Lila Ecke“

 

Preisliste

 

Svitlana Dollhopf

 

 

 

wurde 1958 bei Wladiwostok geboren und studierte Kunst in Charkow, wo sie als Bildredakteurin und Grafikdesignerin arbeitete. Sie betrieb die erste staatsunabhängige Galerie und ist Mitglied der Union der Fotokünstler der Ukraine. In Deutschland, Polen, Russland und in der Ukraine hatte sie zahlreiche eigene Ausstellungen und organisierte viele Ausstellungen als Galeristin. Seit 2000 lebt Svitlana Dollhopf als freischaffende Künstlerin in Nürnberg.

Die ausgestellten „Lichtzeichnungen“ wurden teils mit russischen Kameras und teils digital fotografiert. Durch die Technik der bewegten Langzeitbelichtung werden die abgebildeten Sujets zunächst verunklart, um sie dann auf einer höheren, malerischen Darstellungsebene wieder zu verdichten. Farben, Formen und das Licht der Arbeiten zeigen die Gegenstände viel präsenter und interessanter, als eine realorientierte Abbildung dies vermöchte.

 

 

 

 

 

Nr.

Titel

Technik

H x B in cm

Preise €

50

Bäume tanzen

Inkjet-Druck auf Papier, Aludibond

90 x 120

500,00 

51

Blumen (Triptychon)

85 x 40/60

1.250,00 

52

Luna

50 x 50

300,00 

53

Fürth

50 x 50

300,00 

54

Altar

50 x 50

300,00 

55

Distel

50 x 50

300,00 

56

Vergangenheit

50 x 50

300,00 

57

Nürnberg mit Rimma

50 x 50

300,00 

 

 

 

 

 

Tanja Elm

 

 

 

geboren 1973 in Essen, aufgewachsen in Braunschweig, studierte zunächst Naturwissenschaften. Seit 2004 lebt die freischaffende Fotografin in Fürth. In ihrem Schaffen steht das Lebendige im Vordergrund: Portraits von Menschen in allen denkbaren Arbeits- und Lebensumgebungen. Seit 2011 fotografiert sie als Mitglied der Fürthfaktor-Redaktion das urbane Treiben, Läden, Gastronomie, Künstler und Kulturschaffende.

Als Kontrast zur digitalen Bildbearbeitung am Rechner arbeitet sie gerne im Schwarzweiß-Labor des KunstKulturQuartiers und begleitet dort auch die offenen Laborabende.Durch ihr fotografisches Engagement im Tierschutz entwickelte sich schließlich die

Leidenschaft für Tierportraits und vor allem für Spanische Windhunde.

 

 

 

 

 

Nr.

Titel

Technik

H x B in cm

Preise €

58-64

Spanische Windhunde
(Ex. 1 von 4)

Laserdruck auf Fotopapier

je 35 x 50

je 200,-

 

 

Inklusive Rahmen

             

Irrtum vorbehalten.

 

Preisliste

 

 

 

Sascha Banck

 

 

 

Wurde 1980 in Nürnberg geboren und studierte von 2002 bis 2008 an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Seit 2001 ist ihre Malerei in zahlreichen Ausstellungen in Galerien der Region sowie in Neuseeland und Ungarn zu sehen. 2003 erhielt sie den Danner-Preis und 2008 den Kulturförderpreis der Stadt Fürth.

Sascha Banck lebt in Fürth und arbeitet als freischaffende Künstlerin nicht nur mit Acryl und Öl auf Leinwand, sondern auch auf der Bühne mit Feuer, Schwarzlicht und Stelzen.

 

 

 

 

 

Nr.

Titel

Technik

H x B in cm

Preise €

65

1446

Öl und Acryl auf Leinwand

140 x 90

2.300,00 

66

0422

Acryl auf Leinwand

140 x 70

1.800,00 

67

0586

Acryl auf Leinwand

145 x 70

1.800,00 

68

3340

Acryl auf Leinwand

70 x 90

1.200,00 

 

 

 

 

 

 

Gerd Dollhopf

 

 

 

wurde 1963 in Amberg geboren und kam schon im Alter von 13 Jahren intensiv mit der Fotografie in Kontakt. Abitur - Praktikum im Fotostudio Keresztes / Nürnberg - Studium an der Fachhochschule für Fotodesign in Dortmund - Akademie der Bildenden Künste Nürnberg waren nächste Stationen seiner Ausbildung. Es folgten Beiträge und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Katalogen, Kalendern, Filmen, Magazinen und Büchern, sowie zahlreiche Beteiligungen und Preise bei Wettbewerben.

 

1992 wurde Gerd Dollhopf erstes ausländisches Mitglied der Union der Fotokünstler der Ukraine. Seit 1994 ist er als Dozent tätig, 1999 wurde die Fotoklasse Dollhopf gegründet. Seit 2000 verheiratet mit der Grafik-Designerin, Künstlerin und Galeristin Svitlana Dollhopf. 2002 Gründungsmitglied der „Fotoszene - Vereinigung freier Fotografen“.

 

 

 

 

 

Nr.

Titel

Technik

H x B in cm

Preise €

69

Schönwies  (Ex. 1 von 4)

optimierter AnalogDiaScanInkjet

70 x 100

1.700,00 

70

Fuchsstein  (Ex. 1 von 4)

optimierter AnalogDiaScanInkjet

70 x 100

1.700,00 

71

Torre a Castello  (Ex. 1 von 4)

optimierter DigitalInkjetprint

70 x 100

1.700,00 

72

La Barriere  (Ex. 1 von 3)

optimierter AnalogDiaScanInkjet

100 x 150

2.100,00 

73

Rammertshof  (Ex. 1 von 4)

optimierter AnalogDiaScanInkjet

70 x 100

1.700,00 

74

Feldlinien Gailoh (Ex. 3 von 3)

optimierter AnalogDiaScanInkjet

70 x100

1.700,00 

 

 

 

 

 

             

Irrtum vorbehalten.

Fürther Nachrichten, 02.06.2014, REINHARD KALB

 

Dynamische Bilder

Neue Ausstellung in der Galerie des Klinikums

Dynamik der anderen Art: Tanja Elm vor ihren Bildern sich balgender und rennender Windhunde. Foto: Aslanidis

Welche Kunstgalerie in Fürth hat 24 Stunden am Tag offen und darf in Morgenmantel und Hausschlappen besucht werden? Das ist John Hammonds Galerie im Klinikum, mit der der rührige Brite die Patienten und ihre Besucher aufmuntert. Diesmal versammeln sich vier Maler und Fotografen, um das Thema Dynamik zu erkunden.

 

Dritter Stock, Stationen 38 und 39, das Darmzentrum. Wer je dort oder sonst wo laborierte, weiß: die Tage dehnen sich, das Zeitgefühl geht verloren, eine Untersuchung folgt der nächsten, das Kontinuum aus Weiß, Medizin- und Desinfektionsgeruch und Unterhaltungen im gedämpften Ton verschluckt dich. Und nur ein Wunsch brennt hell wie eine Fackel: Nichts wie raus hier!

 

Dynamik ist ein passendes Stichwort, die Lebensgeister zu aktivieren. Wie setzen die Maler und Fotografen dies optisch um? Für Tierfreunde hält die freie Fotografin Tanja Elm Bilder von sich balgenden und rennenden Windhunden bereit. Was so verspielt aussieht, hat einen tragischen und doch tröstlichen Hintergrund: „Das sind alles spanische Windhunde aus dem Tierheim, die, sobald sie auf der Rennbahn ausgedient haben, von ihren Besitzern sonst umgebracht werden“, weiß Tanja Elm. „Viele Hunde kommen total kaputt und geschreddert bei uns herein; und wenn die Leute sehen, dass diese Hunde wieder aufleben, geht es auch ihnen wieder besser.“

 

Ihr Kollege Gerd Dollhopf zieht in die freie Natur, wo er mit Weitwinkel, Tiefenschärfe und Farbbearbeitung Ackerfurchen in die Tiefe des Raums begleitet, Schattenwurfe auf gepflügter Krume inszeniert und grüne Wiesen in harmonischem Kontrast gegen gelbes Getreide und blauen Himmel absetzt.

 

Verfremdete Objekte

Seine Frau Svitlana Dollhopf hingegen arbeitet gern mit Verfremdung, mit Langzeitbelichtung, Schnappschüssen aus dem fahrenden Auto oder mit Handyfotos. So leuchtet der Vollmond goldgelb wie die Sonne am Nachthimmel, verwandelt sich eine verräucherte Prager Kneipe per Langzeitbelichtung in eine

Schemenhafte Zauberkammer und ein gotischer Altar in ein High-Tech-Konstrukt.

 

Sascha Banck hingegen konstruiert ihre abstrakten Welten erst am Bildschirm ihres iPad, bevor sie zu Öl und Acryl greift. Ihre Kombinationen geometrischer Formen aus Fläche, Diagonale, breiten wie dünnen Linien, Punkten und amorphen Konstrukten wirken auf den ersten Blick reichlich chaotisch. Dann aber entdeckt der Betrachter durchaus Bewegungen, starke Diagonalen, die sich von einem statischen Feld absetzen. Denn damit Dynamik wirkt, braucht sie einen Gegenpol der Ruhe. Also: Nix wie raus aus dem Siechenbett und die Beine vertreten!