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„Gemalte Erinnerungen“, Walter Förster, Stadttheater Fürth, 06.11. – 13.12.1994

Fürther Nachrichten, 18.11.1994, DENISE RICHTER

 

Faszinierende Kontraste Arabiens

Galerie Hammond zeigt Gemalte Erinnerungen“ von Walter Förster im Theaterfoyer – Abstrakte Aquarelle

Abstrakte Annäherung an Arabien: Aquarell von Walter Förster. Foto: Kögler

Die geheimnisvolle Atmosphäre arabischer Architektur und Landschaften lässt Besucher des Fürther Stadttheaters derzeit fränkisches Nieselwetter leicht vergessen. Unter dem Titel „Gemalte Erinnerungen“ präsentiert das Galeristen-Ehepaar Hammond neue Werke des Erlanger Malers Walter Förster.

 

Im Halbrund des Theaterfoyers wecken über 20 Arbeiten des 58jährigen Kunstpädagogen Erinnerungen an Reisen. Aquarelle in blassen Erdtönen vermitteln Ruhe und Weite des Nils, lassen seine Ufer nur erahnen in flirrender Wüstenhitze. Die Unruhe eines Basars ruft Gerüche und Stimmengewirr ins Gedächtnis, ohne jedoch konkret zu werden.

 

Setzte Förster in seinen früheren Arbeiten noch verstärkt auf gegenständliche – fast schon surrealistische – Darstellungsformen, so finden sich in den jetzigen Werken hauptsächlich abstrakte Kompositionen. Besonders deutlich wird dies bei den architektonischen Themen. Hier werden Flächen in dunklen, gedämpften Farben zu Papiercollagen zusammengefügt, übermalt und mittels kräftiger Rot-, Blau- und Gelbtöne unterbrochen.

 

Gerade diese minimal, aber gezielt eingesetzten Leuchttöne geben den Bildern ihre Lebendigkeit und positive Ausstrahlung. So erfaßt Förster auch die Widersprüchlichkeiten, die Land und Kultur innewohnen. Er gibt eine Ahnung von düsteren, verwinkelten Gassen, in die dennoch Lichtstrahlen Farben malen, von der Hitze der Wüste und kühlen Palmeninseln.