ARCHIVE 1995

Gallery ZAK (1995 – 2002), Königstr. 132, Fürth, Bavaria

 

 

„Magie in Stein“

 

Galerie ZAK

 

Fürth, Bavaria

 

24.05. – 26.07.1995

Fürther Nachrichten, 1996, DENISA RICHTERS

 

Blick über den Tellerrand

Die neueröffnete Galerie für zeitgenössische afrikanische Kunst ermöglicht eindrucksvolle Begegnungen

Prägnante Steinskulpturen (vorne: “Mann umarmt Nashorn” und „Konferenz“) bilden zur Galerieeröffnung an der Königstraße einen reizvollen Blickfang. Foto: Bruckner

 

Da hatte doch wirklich Fortuna ihre Hand mit im Spiel: drei günstige Gegebenheiten zu gleicher Zeit – ein Kunstsammler und Galerist auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, eine Vermieterin, die diese in zentraler Lage zur Verfügung stellt und ein im Bereich der Ausstellungsorganisation in der Region erfahrenes und engagiertes Galeristenehepaar – schon war sie geboren, die einzige Galerie für zeitgenössische Afrikanische Kunst (ZAK) Deutschlands.

 

Während eines längeren, beruflich bedingten Aufenthalts in Afrika entdeckte Dr. Bernd Kleine-Gunk die Faszination der modernen Kunststile des Kontinents, die so gar nichts gemein haben mit dem Bild der primitiven Naturvölker, das in der westlichen Welt gerne gezeichnet wird. Inzwischen kann er eine Sammlung vorweisen, die in Vielfalt und Qualität ihresgleichen sucht.

 

Aufgrund seines Umzugs nach Fürth – er ist Arzt am „Euro-med“- Klinikum – war Dr. Kleine-Gunk gezwungen, seine Essener Galerie aufzugeben. Dennoch wollte er auch weiterhin mit seiner Sammlung die andere Seite Afrikas aufzeigen, die Kreativität und Lebendigkeit über Kunst übermitteln. Zeitmangel machte jedoch die persönliche Betreuung einer Galerie unmöglich. Anfragen bei Kunstmuseen zogen beim Wort „Afrika“ den Verweis auf Völkerkundemuseen nach sich.

 

Durch Zufall kam über Renate Dix vom Fürther Kulturreferat schließlich der Kontakt zu Renate und John Hammond zustande, die nach erfolgloser Suche die Räume in der Königstraße 132 entdeckten, kurzerhand beschlossen einen Teil als Büro für ihre Art Agency anzumieten und die Galerie zu betreuen.

 

Einmalige Galerie

Ein Glücksfall nicht nur für die Beteiligten, sondern auch für die Kleeblattstadt, denn die in dieser Form deutschlandweit einmalige Galerie will unabhängig vom Großraum als Zentrale für nationale und internationale Kontakte agieren. Grund genug für Oberbürgermeister Uwe Lichtenberg, eine wichtige Sitzung in Rathaus zu unterbrechen, um die Einführungsworte zu sprechen.

 

Die Augen auch für andere Kulturen öffnen, lautet das Anliegen, und so spricht Dr. Kleine-Gunk bei seiner Einführung mit den Worten des Physikers Georg Christoph Lichtenberg: “Wer nur seinen eigenen Lebenskreis kennt, der kennt auch diesen nicht.“