ARCHIVE

Stadttheater Fürth, erbaut 1901/1902 von den Architekten Fellner und Helmer.

 

„Einsam - Zweisam“

 

Dieter Maria Scheppach

 

Stadttheater Fürth, Bavaria

 

17.12.1995 – 24.01.1996


Fürther Nachrichten, 18.12.1995, REGINA URBAN

 

Frauenfiguren wie Gefäße

Theater zeigt Materialcollagen von Dieter Maria Scheppach – Mehr Weibs-Stücke als Manns-Trümmer

Dieter Maria Maria Scheppach vor seiner Mix-Media-Arbeit, „Vis à vis”. Foto: Meyer

„Weibs-Stücke – Manns-Trümmer“: Passend zum Themenschwerpunkt der laufenden Theatersaison werden im Foyer des Stadttheaters jetzt Bilder von Dieter Maria Scheppach gezeigt. „Einsam – Zweisam“ greift der Titel der Ausstellung das dualistische Thema auf. Und so wie in den Theaterstücken die Sympathie eher zum weiblichen Part hin tendiert, dominiert auch in den Bildern die weibliche Form, die Scheppach als „die interessantere“ ansieht. Männer kommen, wenn überhaupt, nur in Hintergrund vor, beobachtend, als Voyeure.

 

Fünf Monate hatte der in Nürnberg lebende Künstler Zeit für das vom Stadttheater gemeinsam mit der Fürther Art-Agency Hammond organisierte Ausstellungsprojekt. Eine vorhandene Werkreihe mit auf Reisen entstandenen Tagebuch-Blättern entsprach – obwohl von hohem Originalitätswert – nicht dem, was sich Theaterchef Müller und John Hammond als Begleitausstellung zum „Weibs-Stücke – Manns-Trümmer“ –Thema vorstellten.

 

Also musste Scheppach quasi ganz neu anfangen. Dabei hat er in den letzten Jahren kaum noch gemalt, sondern sich auf Objektkunst, Installationen und Fotografie konzentriert. 1952 im bayerische Ichenhausen geboren, war er nach der Schulzeit drei Jahre lang Hirte auf der Alpe Sederer im Allgäu, bevor er 1975 in die Nürnberger Kunstakademie eintrat. Dort wurde er Meisterschüler und Assistent von Professor Günter Vogelsamer. Schon während seiner Studienzeit begann Scheppach mit Ausstellungen. Bis heute hat er zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland gehabt.