ARCHIVE 1996

Galerie ZAK (1995 – 2002), Königstr. 132, Fürth, Bavaria

„Fifty ways to sculpt an elephant“

Arbeiten der Tengenenge Bildhauergemeinschaft

Galerie ZAK

(Zeitgenössische Afrikanische Kunst)

Fürth, Bavaria

24.05. – 18.09.1996

Artists

Fanizani Akuda (1932 – 2011)    Bernard Matemera (1946 – 2002)

Vernissage: 24.05.1996

Press Archive

Abendzeitung, 1996 –WIE-

 

Ein Rüssel in der Teekanne

Elefanten aus Stein in der Fürther Afrikakunst-Galerie ZAK

 

„Fünfzig Wege, einen Elefanten aus Stein zu hauen“ titelt die jüngste Ausstellung der Fürther Galerie ZAK – Zeitgenössische Afrikanische Kunst (Königstraße132, bis 18. September): In der Tat haben sich 50 steinerne Elefanten in der damit fast überforderten Galerie versammelt, alle aus einem „Stall“: der zimbabwischen Bildhauer-Gemeinschaft, Tengenenge, die alles daran setzt, die großen Kunst Traditionen des kleinen südafrikanischen Landes wiederzubeleben.

„Fifty ways to sculpt an elephant“: Künstlerkolonie-Leiter Tom Blomefield in der Fürther Ausstellung der Bildhauergemeinschaft aus Zimbabwe. Foto: Manu Meyer

 

Die Leute von Tengenenge – Mittelding zwischen Künstlerkolonie und Kunstakademie – haben zwei wichtige Nachbarn: Elefantenherden und Berge voller Gestein, das zu bildhauerischer Verarbeitung reizt – Springstein, Serpentin, Opal. Die „steinreichen“ Künstler lassen sich nicht davon anfechten, daß das Elefantenmotiv an die Souvenirindustrie verloren schien; sie haben unendlich viele neue Ansatzpunkte gefunden. So unterschiedlich wie die Fürther Preise (zwischen 350 Mark und 36 000!) sind die Motive.

 

Viele haben Einzelelemente von Erscheinungsform und Wesen der Tiere herausgegriffen: Ihre Kraft und Massigkeit (bis ins Monströse übersteigert), die mächtigen Ohren, die gewaltigen Füße.

 

Wer in Zimbabwe einen Elefanten zum Totem gewählt hat, darf nie mehr Elefantenfleisch essen – sonst wird er in einen solchen verwandelt, weiß der Mythos. Solche Metamorphosen finden sich mehrfach: Menschen im Wandel zum Elefanten; oder beim Gebet, sie möchten ein solcher werden. Tiermenschen zuhauf: fliegende und tanzende. Elefanten als König oder als Engel, auch mal als Fisch oder gar als Schwein. Und einer ist dabei, sich zur Teekanne zu mausern.

 

All das wird ohne jede Vorzeichnung, ganz spontan dem Stein anvertraut (den die Künstler nach Klang auswählen). Dabei wird die glatte Oberfläche mit künstlichen Aufrauhungen konfrontiert, die Eleganz gleichsam ausgebremst. Wo aber schöne „Maserung“ im Spiel ist, wird sie weidlich ausgekostet.

 

Es muß kolossal anregend sein, solche Nachbarn zu haben.

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