ARCHIVE 1998

Sparkasse Fürth, Kundenhalle, Maxstr. 32, 90762 Fürth, Germany

 

„Neue Bilder“

Peter Häring

Stadtsparkasse Fürth

Fürth (Bavaria)

26.11.1998 – 08.01.1999

Press Archive

Fürther Nachrichten, 1998, REGINA URBAN

 

Facettenreiches Formenspiel

Neue Ausstellungen von Peter Häring, Udo Kaller und Inge Schulz – Kaleidoskopartiger Blick auf die Welt

„Hotel de Paris“: Lithographie von Peter Häring. Foto: Kögler

 

Nach der umfangreichen Werkschau Oskar Kollers setzt die Fürther Stadtsparkasse ihre im Herbst initiierte „s-art“-Reihe mit einem in der Region ebenfalls bestens bekannten Künstler fort. Der Fürther aller und Grafiker Peter Häring zeigt in der Kundenhalle derzeit Lithographien und Ölbilder überwiegend neueren Datums. Auch hier offenbart sich wieder Härings kaleidoskopartiger Blick auf die Welt.

 

Typisches Merkmal des 45jährigen Künstlers ist die Zerlegung seiner Landschaften und Architekturszenarien in farbige Fragmente, die die Motive zweitrangig werden lassen zugunsten der dynamischen Struktur. Vor allem in seinen meisterlichen Lithographien wird deutlich, daß es Häring vor allem darum geht, Grundstimmungen zu transportieren, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

 

Eine Landschaft, ein Kirschenhäuschen, ein Garten, das Herbstlicht werden hier zu rhythmischen Kompositionen aus Farben und Formen. Aufgewühlte Stimmungen sind es häufig, wie sturmgepeitscht wirken die Naturansichten, wie auf schwankendem Boden stehend und auseinanderbrechend das „Hotel de Paris“.

 

Dabei sind die Motive auf eigentümliche Weise isoliert, ein Szenario ohne Umgebung und ohne Tiefenperspektive. Diesen Effekt erreicht Häring, indem er seinen Malgrund weiß läßt oder aber die Hintergrundfarbe nach vorne holt, so dass es kein vorne und hinten mehr gibt. Das Bild bleibt Fläche, auf räumliche Illusion wird verzichtet.

 

Diese Flächigkeit und die für die Lithographien typische Farbschraffur finden sich auch in den großformatigen Ölbildern wieder. Die kraftvoll farbigen Blumen- und gar nicht profanen Blechtopfstilleben entstehen aus akkurat nebeneinander gesetzten Farbtönen. Durch die feine Strichsetzung erhalten diese Werke einen tapisserieartigen Charakter, raumhohen Wandteppichen gleich.

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