ARCHIVE 2006

Stadttheater Fürth, erbaut 1901/1902 von den Architekten Fellner und Helmer.

 

„Wüsten und anderer Berge“

 

Brigitta Heyduck


Stadttheater Fürth, Bavaria


19.03. – 03.05.2006



Fürther Nachrichten, 2006, MATTHIAS BOLL

 

Einsamkeit, Ruhe, Härte, Kälte

„Wüsten und andere Berge“: Brigitta Heyducks Farbinszenierungen im Stadttheater

 

„Es gibt eigentlich keine Landschaft, die mich künstlerisch nicht berühren würde“: „Stressreisen“ nennt Brigitta Heyduck die Begegnungen mit ihren Sehnsuchtszielen die vorwiegend in Nordafrika liegen und in Tibet. Denn sie lebt wie die Einheimischen: naturverbunden, frei von Luxus. Immer dabei: die Malutensilien.

Naturimpressionen auf kitschfreien Abstraktionsgraden: Brigitta Heyduck. Foto: Hans-Joachim Winckler

Weder Menschen noch Stadtpanoramen interessieren die gebürtige Breslauerin, wenn sie sich in die kurst versenkt. Heyducks Augenmerk gilt den Naturschauspielen im durchaus inszenatorischen Sinne und ihrer magischen Aura. So entstehen mit souveräner hand Arbeiten, die Blaue Berge in der Wüste“ heißen, „Tibet mit Wintergras“ oder „Mohnfelder“. Doch jegliches naturalistisches Abkupfern ist de energischen Dame, die unter zahlreichen Auszeichnungen 2002 den Sonderpreis des Verlegers der Nürnberger nachrichten erhielt, fremd.

 

Kraftstücke

Heyduck setzt auf die Bannkraft genauestens aufeinander abgestimmter Farben; eine irritierende, alle Süßlichkeit meidende Harmonie spricht aus diesen Bildern; das Naturdrama wird zum Kraftstück aus Farben. Chiffren wie Einsamkeit und Ruhe, Härte und Kälte erwachsen aus der Kunst des Farbauftrags.

 

Der Kunstszene des Großraums ist Brigitta Heyduck, Meisterschülerin Hermann Wilhelms an de Nürnberger Akademie, seit Jahrzehnten eine bestens Vertraute. Dennoch, es gibt immer noch Premieren, erstaunlich aber wahr: Zum ersten Mal sind ihre Arbeiten im Stadttheater zu sehen – noch bis 3. Mai.