ARCHIVE 2007

Stadttheater Fürth, erbaut 1901/1902 von den Architekten Fellner und Helmer. © Anestis Aslanidis

 

„Raumlichtlandschaft“

 

Brigitta Nottebohm

 

Stadttheater Fürth

Fürth (Bavaria)

 

18.11.2007 – 23.01.2008

Vernissage: 18.11.2007

Press Archive

© FÜRTHER NACHRICHTEN, 22.11.2007, CLAUDIA BIDNER-WUNDER

 

Reisen ohne Ausgang zwischen Imagination und Realität

Die Art-Agency Hammond zeigt Arbeiten der österreichischen Malerin Brigitte Nottebohm im Foyer des Stadttheaters

Ein Sonnenuntergang. Oder doch der Schlund eines Vulkans? Eine Lichtstraße im Wasser. Oder doch nur ein heller Punkt im Blau? Es ist diese Ambivalenz, die den Reiz von Brigitta Nottebohms Werken ausmacht. Dank ihrer faszinierenden Tiefe lassen die Bilder viele Deutungsmöglichkeiten zu. Entstanden sind die 35 Werke, die die Art-Agency Hammond seit Sonntag im Stadttheater zeigt, auf Mallorca, neben München zweiter Wohnsitz der in Österreich geborenen Malerin. Dort fängt sie das Licht ein und lässt die Farben strahlen.

 

Ausgangspunkt ihrer Bilder ist der Fokus auf das Hier und Jetzt. Nottebohm vergleicht diesen spontanen Akt mit einer «Reise ohne Ausgang», der aber unbewusst bereits durch den künstlerischen Verstand gelenkt wird. Im zweiten Schritt arbeitet die Künstlerin das Entstandene aus.

 

Sie bedient sich dabei unterschiedlicher Mischtechniken: Pigmente, Acryl, Ölprägung und Bleistift auf Archebütten oder Leinwand. Sie lässt Festes sich verflüssigen oder verdampfen, Weiches erstarren oder auskristallisieren. Zeichnungen, Licht und Schatten, Tiefe und Vordergrund – in fast fotorealer Manier suggeriert sie so die Natur.

 

Ältere Werke zeigen stark farbige Lichtbilder, die neueren sind zart und wasserhaftig. «Scheinillusionismus» nennt dies der Erlanger Kunsthistoriker Harald Tesan bei seiner Laudatio: «Dieser gegenstandslose Illusionismus lässt alles offen zwischen Imagination und Realität.» Ihr neuestes Werk hat die 61-Jährige eigens für die Fürther Ausstellung kreiert - wie die meisten ihrer Bilder ein Großformat, das seine Tiefe durch gestische Momente erhält und das – ganz untypisch für sie – grüne Elemente aufweist. Völlig unbewusst habe sie die Fürther Farben gewählt, gibt die sympathische Künstlerin offen zu.

 

Leuchtendes Rot, Orange, Gelb oder Blau prägen ihre Kunst überwiegend. Doch nicht nur die großen Formate fallen ins Auge, auch die kleinen, diffizilen Kombinationen aus Farbe, Zeichnung und Relief mit ihrem stark ausgereizten Licht ziehen in den Bann. Jede der «Raum-Licht-Zeit-Landschaften» (Tesan) findet seine Vollendung im Auge seines Betrachters. Möglich ist dies auch durch die großzügige Hängung der Bilder, ein Verdienst von John Hammond, der die Werke Brigitta Nottebohms mit viel Feingefühl und Blick für den richtigen Ort ausgewählt hat.

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