ARCHIVE 2008

Stadttheater Fürth, erbaut 1901/1902 von den Architekten Fellner und Helmer. © Anestis Aslanidis

 

 

„Landschaften“

Almina Pongratz

Stadttheater Fürth,

Fürth (Bavaria)

21.09. – 12.11.2008

Artworks

Almina Pongratz

Press Archive

Fürther Nachrichten, 24.9.2008, CLAUDIA SCHULLER

 

Süßlichkeit hat keine Chance

Hammond zeigt Almina Pongratz’ Werke im Stadttheater


Im Stadttheater steht morgen die Premiere der ersten Eigenproduktion («Tannöd») in der Spielzeit 08/09 an. Zugleich begleiten erneut die Kunstausstellungen von Galerist John Hammond das Publikum durchs Theaterjahr. Erste Vernissage war am Wochenende.

Hinterm Horizont geht’s weiter: Almina Pongratz und Galerist John Hammond vor zwei Arbeiten der aktuellen Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Foto: Thomas Scherer

Denkt Almina Pongratz an Landschaften, dann sieht sie sie bevorzugt in Blau vor ihrem geistigen Auge - nicht kühl, sondern frisch wie im Süden, wenn man auf einem Berg steht und das Meer schillern sieht.

 

Die Bilder im Foyer des Stadttheaters loten alle Töne von Türkis bis Azur, von Königsblau bis Grünlich in expressivem Gestus aus. Auch Rot spielt eine bedeutende Rolle. Um die See und die Sonne geht es dabei freilich nicht direkt; eher um abstrakte Räume, die nicht im Außen zu finden sein müssen, sondern auch in einer Person liegen könnten.

 

Gerade weil keine Menschen oder Lebewesen in diesen Arbeiten zu sehen sind, fragt sich der Betrachter, wo ihr Platz in diesem Kosmos sein mag. Dazu passt allzu gegenständliche Malerei nicht. Materialien wie Sand und Pigmente schaffen Strukturen, unterteilen die Weite dieser riesigen Himmel. Halt geben dem Auge auch quadratische Formen, die kunstvoll angeordnet werden.

 

Pongratz, eine im Großraum durch einige Einzelausstellungen bekannte Künstlerin, ist eine Meisterin des feinen Pinselstrichs, der wie zufällig eingefügt scheint und doch perfekt sitzt. Moderne Landschaftsmalerei verlässt sich eben nicht auf romantische Süßlichkeit, sondern setzt auf Horizonte als Ordnungsprinzip, zugleich weiträumige und kleinteilige Bildkompositionen, freche Mischungen und Freiräume für den Betrachter.

 

Die Art der Abstraktion ist angenehm handfest, gerade wegen der kräftigen Farben. Die aus Jugoslawien stammende und seit 1992 in Deutschland lebende Malerin driftet nicht zu sehr ins gestisch bewegte Action Painting ab, sondern vertraut ihren inneren Bildern – auch ohne reale Vorbilder. Eine mutige Arbeitsweise mit ansprechenden Ergebnissen.

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