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„Zeitgenössische Ägyptische Kunst“

Hamed Nada und Mai Refky

Schloss Burgfarrnbach, Fürth (Bavaria)

23.05. – 26.06.2009

Fürther Nachrichten, 09.06.2009, MARION REINHARDT

 

Versteckte Symbole der arabischen Welt

Eine Ausstellung im Schloss Burgfarrnbach aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums des Deutsch-Ägyptischen Vereins

 

Sein 25-jähriges Jubiläum feierte der Deutsch-Ägyptische Verein Nürnberg-Fürth vor wenigen Tagen mit einem Fest im Schloss Burgfarrnbach. Im Mittelpunkt stand die Eröffnung der Ausstellung «Zeitgenössische ägyptische Kunst von Hamed Nada und Mai Refky«, kuratiert von Ursula Schernig in Zusammenarbeit mit der Art-Agency Hammond.

Frauen, Erotik, Poesie: Hamed Nada, einer der wichtigsten Künstler Ägyptens der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, schuf diese Arbeit, die derzeit in Burgfarrnbach zu sehen ist. Foto: Thomas Scherer

Mit dieser Schau setzt die Kuratorin - zuletzt betreute sie auch die überregional beachtete Kalligrafien-Ausstellung in der kunst galerie fürth - bewusst auf Gegensätze: Hier der Professor für Freskomalerei Hamed Nada (1924-1980), einer der wichtigsten Maler der jüngeren ägyptischen Geschichte, dort die Malerin Mai Refky, die 1976 in Kairo zur Welt kam.

 

Nadas Bilder handeln von den Beziehungen zwischen Mann und Frau, Refkys Arbeiten zeigen immer nur eine einzelne Frau. Seine Bilder entstehen schichtweise und sprechen eine eigenwillige Formensprache, ihre Portraits wiederum spielen mit dem weißen Untergrund sowie mit harten Farbkontrasten,

 

Nicht nur in der arabischen Welt, auch in Europa hat Hamed Nada einen Namen, wie Ursula Schernig weiß. Er habe in den 50er Jahren zu den ersten Malern in Kairo gehört, die sich trauten, Menschen ägyptisch aussehen zu lassen und Bilder zu schaffen, die anders aussahen als alles andere vorher. Seine Blütezeit habe Nada aber Ende der 70er Jahre erreicht, als er seine junge Frau kennen lernte. Mit ihr hielten die Themen Liebe, Frauen, Erotik und Poesie Einzug in seine Malerei.

 

Bilder aus dieser Zeit steuerte die Galeristin und Sammlerin aus ihrem Privatbesitz zur Ausstellung bei. Die Arbeit «In der Stadt« aus dem Jahr 1984 zeigt mehrere Frauen mit eigentümlich spitz zulaufenden Gliedmaßen. Im Hintergrund erkennt der Betrachter Fragmente von Stadtarchitektur. Indem Nada seine Bilder in mehreren Schichten aufbaut, erhalten sie eine besondere räumliche Tiefe. Er streut in seine Arbeiten Hieroglyphen und Symbole ein. Alles wirkt lebendig und bewegt.

 

Stille Bilder

Ganz anders die Bilder von Mai Refky. Sie sind still. Die Frauenfigur muss man hinter den kräftigen, fahrigen Pinselstrichen erst entdecken, so wie bei «Portrait XIII« von 2008/09. Alles leuchtet in Pink und Orange und nur sachte formt sich aus der Farbe ein Schenkel, Knie und Füße. Dann erst nimmt man ein Gesicht wahr. Das ist eines der von Ursula Schernig formulierten Kennzeichen der Kunst von Refky - die Person, immer nur eine Frau, aber immer mit individuellem Gesicht.

 

Genauso entscheidend ist auch das Licht, das in den Kontrasten der grellen Farben zum Ausdruck kommt. Und schließlich das Ornament - die junge Künstlerin sieht ihre Wurzeln in der islamischen Kunst. Bei ihr verschmelzen Ornament und Person.