ARCHIVE 2021

Stadttheater Fürth, built by the architects Fellner and Helmer 1901/1902. © John Hammond

 

Angerer der Ältere

MUTIGE KUNST

 

Stadttheater Fürth

Königstr. 116, 90762 Fürth, Germany

 

19.09. - 23.11.2021

 

Vernissage: 19.09.2021 

 

 

 

 

Vernissage: 19.09.2021

Introductory Speech

Mutige Kunst 


– Rede zur Einführung in die Ausstellung im Stadttheater Fürth, von Frank Remmert

 

[Read more ... ]

Virtual Tour

Press Archive

Fürther Nachrichten, 11.10.2021, SABINE REMPE

 

Fantast mit Neigung zu Opulenz und Mystik

WERKSCHAU Angerer der Ältere zeigt im Stadttheater Fabelhaftes. Ausstellungsmacher John Hammond bespielt die Foyers seit 30 Jahren

Galerist John Hammond (rechts) hat Ludwig Valentin Angerer alias Angerer den Älteren und seine Werke ins Stadttheater geholt. Foto: Hans-Joachim Winckler

 

FÜRTH - Er ist der Herr des Fantastischen. Eine Kunstfertigkeit, die Anerer der Ältere mit Lust beherrscht. Nachzuprüfen ist das noch bis 23. November in den Foyers des Stadttheaters Fürth. Die Werkschau des Künstlers offenbart rasch, warum sich angesichts seiner Arbeiten von jeher Lobeshymnen und deutliche Kritik die Waage halten. Unbestritten sein dürfte eigentlich, dass der 83-Jährige zur Opulenz neigt.

 

Angerers Bilderwelten sind Kopfgeburten, aufgeladen mit breitgefächerter Bedeutung und verwurzelt in einer gegenständlichen, altmeisterlichen Technik. Ganz fraglos verfügt der Künstler über ein reiches Repertoire an Zitaten. Daraus bedient er sich mit leichter Hand und setzt zum Beispiel sein Einhorn in eine Ruinenkulisse, die als Motiv wahrscheinlich auch Caspar David Friedrich zugesagt hätte. Immer wieder erscheinen mystische Symbole und Andeutungen aus der Mythologie.

 

Dramatische Lichteffekte, die aus Wolken und Gewölben ins Zwielicht wallen, setzen spektakuläre Effekte. Nicht zuletzt dieses fleißig genutzte Mittel vermittelt den Eindruck, dass hier Bühnenbilder, Videospiel- oder Filmwelten zu sehen sind. Angerer der Ältere hat in dieser Richtung gearbeitet und Lorbeeren errungen: Für seine konzeptionellen Ideen zu "Die unendliche Geschichte II - Auf der Suche nach Phantasien" nach dem Erfolgsroman von Michael Ende wurde der Künstler 1989 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.

 

Auch die uniforme Menschenmasse die er in seinem Bild "Das Licht der Welt" auflaufen lässt, mag einen an die Ästhetik von Fritz Langs Monumentalwerk "Metropolis" erinnern, allerdings paart Angerer dieses Element mit einem barocken Christkind in einer strahlenden Gloriole. Sakrale Zeichen und religiös Symbole lassen sich viele finden in seinem Werk, was freilich kein Zufall ist. "Christliche Kunst" ist ein großes Thema für den Niederbayern, der sich 2009 dafür einsetzte, dass eine von ihm entworfene 55 Meter hohe Christusstatue am Ortsrand von Wassertrüdingen im Landkreis Ansbach errichtet wird - als "Zeichen christlichen Glaubens in apokalyptischen Zeiten". Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche waren sich damals in ihrer Ablehnung des Monumental-Heilands einig. Auch in Bad Reichenhall, dem Geburtsort des Künstlers, kam die geplante Riesenstatue bislang nicht zur Aufstellung.

 

Ludwig Valentin Angerer ist vielseitig. er hat Architektur studiert und besuchte vier weitere Jahre die Kunstakademie. In seiner Vita stellt er sich als Architekt, Filmarchitekt, Kunstmaler, Bildhauer, Bühnenbildner, Schriftsteller und Designer vor. Als Autor trat er zum Beispiel mit seiner geharnischten "Kulturpause - Streitschrift wider den Zeitgeist" hervor. Das Hier und Jetzt in allen denkbaren Facetten trifft sein Bannstrahl. Seine Sehnsucht ist es, erklärte Angerer wiederholt, der Kunst "Schönheit, Phantasie, Geheimnis und Mytos zurückzugeben". Klingt groß und wirft angesichts seiner Arbeiten viele Fragen auf.

 

Warum zum Beispiel wird bei ihm das Bundeskanzleramt zum "Bundeskartenhaus"? Den Bau im Spreebogen hat er dafür mit Spielkarten nachgebildet, von links oben pusten zwei Windmacher - exakt die gleichen, die einst schon Botticelli seine frisch geschlüpfte Venus anhauchen ließ - das Verderben ins wankende Gebilde. Was sagt uns das? Hegt Angerer Zweifel an der Demokratie? An diesem Staat? Keineswegs selbsterklärend ist zum Beispiel auch seine "Bayerische Weltraumbasis II", die sich die Befreiungshalle von Kelheim als Basis erkoren hat. Blitzt hier möglicherweise Witz auf?

 

Reichlich Gesprächsstoff
Ins Stadttheater gebracht wurde diese Ausstellung wieder von der Art-Agency Hammond, und für John Hammond ist das ein Jubiläum: Seit 30 Jahren steht der gebürtige Engländer, der - eine Brexit-Folge - seit kurzem auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, mit seinen vielfältigen Ausstellungen dafür, dass der Kunstgenuss in der Pause weitergeht.

 

Fabelhaft, wenn wie bei Angerer dem Älteren, die Schau für reichlich Gesprächsstoff sorgt. Ziemlich eindeutig ist diesmal wenigstens ein relativ kleinformatiges Werk des Künstlers: "Insalata di Mare" richtet appetitlich einen Hummer, Austern und Sardinen in einer großen Muschel an. Daran kuschelt sich eine barbusige Meerfrau. Hach ja, die Schönheit der Kunst.

Hallertauer Zeitung, 02.09.2021, HARRY BRUCKMEIER

 

„Mutige Kunst“
Ludwig Angerers Ausstellung im Stadttheater Fürth kann endlich starten

Das Licht der Welt“ ist eines der Werke von Ludwig Angerer d.Ä., die bei der Ausstellung im Stadttheater Fürth zu sehen sein werden. Bildquelle: Atelier Ludwig Angerer d.Ä.

 

Mit einiger Verspätung startet jetzt die Ausstellung „Mutige Kunst“ des in Biburg lebenden und arbeitenden Malers Ludwig Angerer d.Ä. im Stadttheater Fürth. Die Präsentation, die dort bis zum 23. November zu sehen sein wird, entstand in Zusammenarbeit mit der Art-Agency Hammond des britischen Galeristen und Künsthändlers John Hammond und seiner Frau Renate, die das Frankenland zu ihrer Wahlheimat gemacht haben.

 

Die Präsentation in Franken musste coronabedingt um fast ein Jahr verschoben werden - und damit hat der Titel eine ganz neue Bedeutung bekommen. Denn nachdem der Kulturbetrieb monatelang am Boden lag, wollen die Kulturschaffenden, so wie Ludwig Angerer d.Ä., nun mit Zuversicht und Mut in die Zukunft gehen.

 

Die Einführung zur Vernissage am Sonntag, 19. September, um 11 Uhr übernimmt Frank Remmert. Geboren 1966 in Minden in Nordrhein-Westfalen, arbeitet er seit Mai 2017 als Redakteur bei rheinmaintv. Zuvor war er 16 Jahre lang beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, zuletzt beim WDR. Als Fernsehredakteur war er unter anderem verantwortlich für die „Lokalzeit OWL“. Beim Bayerischen Rundfunk war er als Autor von Magazinbeiträgen für die Sendung „Frankenschau“ tätig und hat damit einen Bezug zur Region. Weitere Erfahrungen sammelte der Journalist beim Regensburger Lokalsender TVA Ostbayern, unter anderem als Redakteur und Moderator einer Wirtschaftssendung, die hohe Einschaltquoten erzielte.

 

Sein Volontariat absolvierte Remmert in der einstigen Erlanger Talentschmiede „FF Franken Fernsehen“. Er studierte Theaterwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Philosophie an der FAU Erlangen-Nürnberg. Danach arbeitete er noch als Produktionsassistent bei dem Filmdrama „Seven Servants“ (1996) - in der Hauptrolle kein Geringerer als Anthony Quinn. Frank Remmert lebt in Mörfelden, Porta Westfalica, Würzburg und Cuxhaven.

 

„Geistige Rückeroberung der Welt“ 

Ludwig Angerer selbst sagt zu seiner Ausstellung „Mutige Kunst“: „Die Rückkehr des Menschen in die Kunst erzwingt geradezu eine geistige Rückeroberung der Welt. Keine dieser aufgeladenen moralischen Weltbeglückereien haben mich zum Künstler werden lassen, allein meine kindliche Freude am Zeichnen, Malen und Formen bewegte mich
damals und auch heute. Nicht dem pseudointellektuellen gesteuerten Chaos und Verwirrendem galt mein Interesse, sondern dem Ewigen in der Kunst, dem Unerklärlichen, dem Geheimnisvollen - der Schönheit!“ Und weiter sagt der Künstler: „Ständig hört man von Kunstexperten, dieser oder jener Künstler sei - als wäre dies ein Gütezeichen - ,seiner Zeit voraus‘. So gesehen waren Michelangelo und Kandinsky sicher ,ihrer Zeit voraus‘, der Letztere allerdings auf dem Weg in die Zeit des kulturellen Niedergangs. Nun werde ich von beflissenen Modernisten als 'traditionsbelasteter Reaktionär‘ erklärt und damit zum neuen Typus des Außenseiters. Das erfordert Mut!“

 

Vielseitig begabter Künstler
Der Titel des von Ludwig Angerer d.Ä. vor Jahren herausgegebenen, prächtigen Kunstbandes „Die Rückkehr des Menschen in die Kunst“ (Verlag Kastner) korrespondiert mit dem weltberühmten Buch des spanischen Kulturphilosophen Ortèga y Gasset „Die Vertreibung des Menschen aus der Kunst“. Der in Biburg lebende und arbeitende Maler ist einer der vielseitig begabtesten Künstler dieses Jahrhunderts. Wenn es in den USA um fantastische Filmwelten geht, führt der Weg an Niederbayern nicht vorbei. Angerer der Ältere konnte mit seinen kreativen konzeptionellen Ideen zur „The Neverending Story II“ (Production Warner Bros.) nicht nur den Bayerischen Filmpreis ergattern, sondern nachhaltig ein Millionenpublikum begeistern. Seine fantastischen Bilder verkaufen sich
weltweit.

Artworks

Angerer der Ältere

Artist Profile

Angerer der Ältere

Angerer der Ältere, geboren 1938 in Bad Reichenhall, ist einer der vielseitig begabtesten Künstler unserer Zeit. Er lebt und arbeitet in Biburg, Niederbayern.
 

Nach seinem Architekturstudium in München (1957 - 1961) studierte er an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Prof. Ruf (1961 - 1966).


Er ist tätig als Architekt, Filmarchitekt, Kunstmaler, Bildhauer, Bühnenbildner, Schriftsteller und Designer, zudem ist er Preisträger zahlreicher Architekturwettbewerbe.
 

Wenn es in den USA um fantastische Filmwelten geht, führt der Weg an Niederbayern nicht vorbei. Angerer der Ältere konnte mit seinen kreativen konzeptionellen Ideen zur „The Neverending Story II“ (Production Warner Bros.) nicht nur den Bayerischen Filmpreis ergattern, sondern nachhaltig ein Millionenpublikum begeistern.


Egal ob Leuchten Design oder andere Werke, zu seinen Kunden zählen neben privaten Sammlern beispielsweise das Nachrichtenmagazin ‚Der Spiegel’ oder er schuf aus einem Original Audi Getriebe die phantastische Getriebe-Burg.


Papst Benedikt XVI em., lobte die von Angerer dem Älteren entworfene und in Eigeninitiative gebaute Erlöserkapelle als „…endlich wieder wirkliche sakrale Kunst“. 
Angerer der Ältere war verantwortlich für Bühnenbild, Creatures und Kostüme in der Theateruraufführung von Tolkien’s „Der kleine Hobbit“. Er schuf auch das einmalige Grabmal für Michael Ende als großes Bronzebuch mit reliefartigen Fabelwesen.
Angerer der Ältere sieht seine Aufgabe darin, der Kunst wieder Schönheit, Phantasie, Geheimnis und Mythos zurückzugeben.

Invitation Archive