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Das Klinikum der Stadt Fürth wurde im Jahre 1931 als Städtisches Krankenhaus eröffnet.

 

 

 

„Dreamland“

Wolfgang Harms, Hartmut Kuhnke,

Peter Rex, Kerstin Schmitt

Klinikum Fürth

Fürth (Bavaria)

19.04. – 31.11.2018

Vernissage: 19.04.2018

Invitation

Sparkasse Fürth, Kundenhalle, Maxstr. 32, 90762 Fürth, Germany

 

 

„Mensch und Tier“

Barbara Heun

Sparkasse Fürth

12.04. – 25.05.2018

Vernissage: 11.04.2018

Artworks

Barbara Heun

Barbara Heun

geboren 1963 in Schwandorf, Oberpfalz

Über ihre tiefe Faszination von Farben hat Barbara Heun den Zugang zur Malerei gefunden. Nach ca. zwei Jahren freier Malerei und auf der Suche nach neuen Wegen zum Bild kristallisierte sich bald deutlich das Interesse für die Darstellung des Menschen heraus, den sie in expressiven und dennoch sensiblen Charakter- und Milieustudien beschreibt. Dabei ist es ihr besonders wichtig, spontane Situationen und eindringliche Gesichtsausdrücke festzuhalten. Daher gehören Musiker, versunken in ihr Spiel, zu ihren bevorzugten Sujets. Es geht ihr dabei weniger um Wiedergabe der Realität, sondern um ein freies Umsetzen der wahrgenommenen Eindrücke oder der Fotovorlagen, die sie zum Teil für Themenprojekte sammelt. Seit 2007 beschäftigt sich Barbara Heun verstärkt mit Tierdarstellungen. Teilweise nehmen dabei die Tiere, wie in einer Fabel, aber ohne ihre belehrende Absicht, die Rolle des Menschen ein. Sie werden porträtiert und damit individualisiert. In diesen Portraits kann der Betrachter bekanntes Menschliches und sogar manchen menschlichen Bekannten finden.

Invitation

Stadttheater Fürth, erbaut 1901/1902 von den Architekten Fellner und Helmer. © John Hammond

 

 

 

„Day and Night“

Anna-Maria Kursawe & Mathias Otto

 

Stadttheater Fürth

Königstraße 116, 90762 Fürth, Germany

 

18.03. - 08.05.2018

Vernissage: 18.03.2018

Press

Fürther Nachrichten, 29.03.2018, SABINE REMPE

 

In den Warteräumen des Lebens

„Day and Night“: Anna-Maria Kursawes und Mathias Ottos Kunst im Stadttheater

Momente ohne Eindeutigkeit, Orte ohne Anziehung und Willkommens-Flair: Anna-Maria Kursawe holt die unterschwelligen Botschaften des (All-)Tags an die Betrachter-Oberfläche. Repro: FN

 

Die Dunkelheit der Nacht vermag den trivialsten Seiten des Lebens etwas Geheimnisvolles zu verleihen. Was nicht heißt, dass im Licht des Tages plötzlich alle Rätsel gelöst wären. „Day and Night“ eine Ausstellung mit Arbeiten von Anna-Maria Kursawe und Mathias Otto, erleuchtet Schattenseiten und zweifelt am allzu Offensichtlichen.

 

Wir entgehen ihr nicht. Die Nacht greift um sich, ganz gleich, wie viele Lichter wir auch aufstellen mögen. Kein Wunder also, dass bei Mathias Otto die Dunkelheit umso undurchdringlicher wird, je tapferer irgendein Leuchtmittel dagegen ankämpft. Da sind zum Beispiel diese vier Straßenlaternen, die sich wirklich alle Mühe geben, dem Mond, der sich hinter Wolken verzogen hat, Paroli zu bieten. Aber lohnt sich ihr löblicher Einsatz? Bringt es irgendjemanden weiter, dass jetzt ein Stück Straße, ein Haus, ein Auto deutlich zu erkennen sind? Die Antwort heißt: Nein.

 

Mathias Otto hat ein Nachtstück geschaffen, das in Öl auf Holz Schrecken verbreitet. Doch es ist beileibe nicht die Art Angst, die vor drohendem Unheil warnt. Stattdessen lauert hier eine unsägliche Tristesse, die ihre Opfer mit schierer Belanglosigkeit betäubt. Nichts, aber wirklich gar nichts könnte einen verlocken, diesen Ort voller gesichtsloser Häuser anzustreben. Die Kirche wird von der Schwärze der Nacht fast verschlungen und lässt doch erkennen, dass sie nicht mehr Mittelpunkt, sondern zu ritueller Bedeutungslosigkeit verdammt ist. „Auf nach Reutles“ heißt eine Arbeit des Malers. Sorry Reutles, eine Einladung ist das nicht.

 

Mit genau dieser Art von subversivem Humor nähert sich Otto seinen Motiven. Der 59-Jährige, der in Nürnberg geboren und unter anderem an der dortigen Kunstakademie ausgebildet wurde, hat sich der Nacht verschrieben. In einem wesentlichen Punkt bricht er jedoch mit vielen seiner Vorgänger: Seine Arbeiten lassen jede Spur von Romantik sausen.

 

Die Ruhe täuscht

Umso pointierter verdeutlicht der Maler seinen Standpunkt. Wenn sich ein paar Mülltonnen in der nächtlichen Stadt geborgen fühlen können, weil sie ein massiver, mannshoher Zaun vor was auch immer schützt, dann entspinnt sich jählings eine überraschende Wertediskussion. Menschen lassen sich nirgendwo blicken und sind doch immer da. Sie sind Verursacher, Täter, Auslöser. Die Ruhe, die über den einzelnen Szenen liegt, täuscht. Mag auch in diesem Augenblick nichts geschehen, die Weichen für die kommenden Ereignisse sind längst gestellt.

 

Mittendrin lässt dagegen Anna-Maria Kursawe ihre Figuren agieren. Menschliche Wesen, aber keine Individuen. Es spricht für die kluge Kombination von Werken der beiden Künstler, das ab nun zwar eindeutig die Stunden des Tages bespielt werden, die unterschwelligen Botschaften und Anliegen aber ganz ähnlich bleiben.

 

Anna-Maria Kursawe, 1973 in Brandenburg an der Havel geboren, hat Malerei und Architektur an der Universität der Künste in Berlin studiert. Im Gegensatz zu den Mensch-Figuren in ihren Bildern, denen keine Deutungshoheit zukommt, sprechen Gegenstände für sich. Da erzählen etwa ein gepolsterter Stuhl und ein Heizkörper vom Winter, während ein Klappstuhl den Sommer auf dem Balkon ausmacht. Eine Reduktion, der es gelingt, jegliche Kommentarfunktion auszuschalten: Irgendwie ist das sehr beruhigend.

Anna-Maria Kursawe

Anna-Maria Kursawe ist 1973 in Brandenburg a.d. Havel geboren. In ihrer malerischen Arbeit setzt sich Anna-Maria Kursawe, die Malerei und Architektur an der Universität der Künste Berlin studiert hat, hauptsächlich mit modernen Stadträumen und den Durchgangsräumen unseres Alltags auseinander: Orte, wo man nicht mehr da und noch nicht dort ist, wie Warteräumen in Bahnhöfen, Flughäfen oder Passagen. Diese Transitsituationen, die Nichtanwesenheit in einem festen Kontext sind das bestimmende Thema ihrer Arbeiten.

 

Mathias Otto

Der 1958 in Nürnberg geborene und ebenda an der Kunstakademie ausgebildete Maler Mathias Otto hat sich einem seit dem Barock bekannten Genre verschrieben – dem Nachtstück. Auch die Romantik liebte solche meist menschenleeren Nocturni. Mathias Otto aber malt durchaus zeitkritische Interieurs und Exterieurs unserer Epoche. Er spiegelt damit sehr elementare Gefühle, die auch den modernen Menschen nach wie vor allnächtlich berühren. Dabei kann die Elektrifizierung der Nacht nicht alle Ängste vertreiben, vielmehr beleuchtet sie eine oft seelenlose Urbanität und traurige Wohnkultur, wie auch Gefühle der Einsamkeit und Sehnsucht in einer unromantischen Welt.

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